‫Schaufenstermuseum - Heimatverein Herbern e.V.

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Das Heimathaus
Die Corona-Pandemie verhindert leider auch die weitere Vorbereitung und die Eröffnung unserer diesjährigen Sonderausstellung. Doch möchten wir die zur Zeit bestehenden Möglichkeiten soweit es geht nutzen.
So stellen wir Ihnen in unserem "Schau-Fenstermuseum" in den kommenden Wochen und Monaten Exponate rund um das heimische Brauchtum  und die Geschichte vor.
Das Schau-Fenstermuseum finden Sie im Museum Heimathaus Herbern an der Altenhammstraße 20.


Juni 2020
Schützenfest im Heimathaus

Ein Sommer ohne Schützenfest – schlecht vorstellbar! Deshalb hat der Heimatverein Herbern ein Schützenfest ins Museum Heimathaus geholt. Im Schaufenster-Museum kann man jetzt sehen, was alles zu einem Schützenfest gehört: ein Schützenkönigspaar, ein prächtiger Vogel, die Avantgarde, der Spielmannszug der Kolpingfamilie – repräsentiert durch eine Lyra und die Fahnengarde. Auch eine Königskette darf nicht fehlen! Die Kinderschützenkönigskette zeigt – wie Fotos belegen, dass auch Kinderschützenfeste in Herbern Tradition haben.
Viele Menschen sehen heute in den Schützenvereinen und Bruderschaften nichts weiter als irgendeinen Verein zur Veranstaltung von Vergnügungen. Dabei sind die Jakobi Bruderschaft (1812 gegründet) und die Bürgerschützen (1822 gegründet) ursprünglich zum Schutz der Heimat, der Kultur und des Glaubens entstanden. Wie aus den ersten Statuten der Vereine hervorgeht, nimmt der Einfluss der Kirche und die Verpflichtung eines jeden Mitgliedes zum sittlichen Leben einen breiten Raum ein. Das mag heute nicht mehr so offensichtlich sein. Aber der Besuch eines Festgottesdienstes ist fester Bestandteil der Festfolge jedes Schützenfestes. Die Nordicker Schützen besuchen dazu traditionell die Schlosskapelle auf Itlingen, während die Schützenmesse der Horner Schützen in der Kapelle von Schloss Westerwinkel stattfindet.
Mit ihren Schutzheiligen Hubertus, Jakobus und Georg auf den Fahnen zeigen die Schützenbrüder der Bürgerschützen, der Jakobi Bruderschaft und der Nordicker Schützen buchstäblich Flagge, wie man im Museums-Schaufenster sehen kann.  
Kinderschützenfest anno Tobak
Im Schaufenster-Museum des Heimathauses kann man auch eine Königskette der Kinderschützen aus der Bauernschaft Ondrup bewundern. Wie die Plaketten zeigen, wurde zwischen 1956 und 1970 regelmäßig ein Kinderschützenkönigspaar gekürt. Ein altes Foto von 1958 aus dem Familienalbum von Mechthild Zimmermann zeigt anschaulich, dass auch auf die Etikette geachtet wurde und ein ordentlicher Königszug aufgestellt wurde. Die Königinnenkrone war zwar selbstgebastelt – aber immerhin aus Goldpapier. Für den jungen König musste der Zylinder von Opa herhalten – natürlich mit Blumen umkränzt, wie auch die herrschaftliche Kutsche. Das junge Königspaar Mechthild Deitermann und Wolfgang Burghard wusste sich als neue Majestäten würdevoll zu präsentieren. Die Damen trugen zumeist ihr Kommunionkleid und die Herren weiße Hemden und Socken.
Aus der Vorkriegszeit stammt ein Foto aus dem Album von Elisabeth Vertgewall. Es zeigt ebenfalls ein Kinderschützenkönigspaar mit seiner Festgesellschaft aus dem Jahr 1938. Martha Närdemann und Franz Weidenbach hieß damals das Königspaar. Das Ganze fand auf dem Sommerfest des Kindergartens im Hof des damaligen Krankenhauses statt. Die Mädchen trugen ihre schönste Schleife im Haar und die Sonntagsschürze.  
Wenn man bedenkt, dass es früher kaum Kinderfeste gab, waren diese Kinderschützenfeste ein besonderer Höhepunkt im Jahr.

 
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